:

(936)
(6393)
(744)
(25)
(1497)
(2184)
(3938)
(5778)
(5918)
(9278)
(2776)
(13883)
(26404)
(321)
(56518)
(1833)
(23400)
(2350)
(17942)
(5741)
(14634)
(1043)
(440)
(17336)
(4931)
(6055)
(9200)
(7621)






Gestehen, standhalten, gewachsen sein, sich finden, sich enthalten. 5



Unwillkürlich beugten wir uns über das Brett, um den so triumphierend angekündigten Zug zu verstehen. Auf den ersten Blick war keine direkte Bedrohung sichtbar. Die Äußerung unseres Freundes musste sich also auf eine Entwicklung beziehen, die wir kurzdenkenden Dilettanten noch nicht errechnen konnten. Czentovic war der einzige unter uns, der sich bei jener herausfordernden Ankündigung nicht gerührt hatte; er saß so unerschütterlich, als ob er das beleidigende Erledigt! völlig überhört hätte. Nichts geschah. Man hörte, da wir alle unwillkürlich den Atem anhielten, mit einemmal das Ticken der Uhr, die man zur Feststellung der Zugzeit auf den Tisch gelegt hatte. Es wurden drei Minuten, sieben Minuten, acht Minuten Czentovic rührte sich nicht, aber mir war, als ob sich von einer inneren Anstrengung seine dicken Nüstern noch breiter dehnten. Unserem Freunde schien dieses stumme Warten ebenso unerträglich wie uns selbst. Mit einem Ruck stand er plötzlich auf und begann im Rauchzimmer auf und ab zu gehen, erst langsam, dann schneller und immer schneller. Alle blickten wir ihm etwas verwundert zu, aber keiner beunruhigter als ich, denn mir fiel auf, dass seine Schritte trotz aller Heftigkeit dieses Auf und Ab immer nur die gleiche Spanne Raum ausmaßen; es war, als ob er jedes Mal mitten im leeren Zimmer an eine unsichtbare Schranke stieße, die ihn nötigte umzukehren. Und schaudernd erkannte ich, es reproduzierte unbewusst dieses Auf und Ab das Ausmaß seiner einstmaligen Zelle: Genauso musste er in den Monaten des Eingesperrtseins auf und ab gerannt sein wie ein eingesperrtes Tier im Käfig, genauso die Hände verkrampft und die Schultern eingeduckt so und nur so musste er dort tausendmal auf und nieder gelaufen sein, die rotten Lichter des Wahnsinns im starren und doch fiebernden Blick. Aber noch schien sein Denkvermögen völlig intakt, denn von Zeit zu Zeit wandte er sich ungeduldig dem Tisch zu,



 

-124-

 

ob Czentovic sich inzwischen schon entschieden hätte. Aber es wurden neun, es wurden zehn Minuten. Dann endlich geschah, was niemand von uns erwartet hatte. Czentovic hob langsam seine schwere Hand, die bisher unbeweglich auf dem Tisch gelegen. Gespannt blickten wir alle auf seine Entscheidung. Aber Czentovic tat keinen Zug, sondern sein gewendeter Handrücken schob mit einem entschiedenen Ruck alle Figuren langsam vom Brett. Erst im nächsten Augenblick verstanden wir: Czentovic hatte die Partie aufgegeben. Er hatte kapituliert, um nicht vor uns sichtbar matt gesetzt zu werden. Das Unwahrscheinliche hatte sich ereignet, der Weltmeister, der Champion zahlloser Turniere hatte die Fahne gestrichen vor einem Unbekannten, einem Manne, der zwanzig oder fünfundzwanzig Jahre kein Schachbrett angerührt. Unser Freund, der Anonymus, der Ignotus, hatte den stärksten Schachspieler der Erde in offenem Kampfe besiegt!

Ohne es zu merken, waren wir in unserer Erregung einer nach dem anderen aufgestanden. Jeder von uns hatte das Gefühl, er müsste etwas sagen oder tun, um unserem freudigen Schrecken Luft zu machen. Der einzige, der unbeweglich in seiner Ruhe verharrte, war Czentovic. Erst nach einer gemessenen Pause hob er den Kopf und blickte unseren Freund mit steinernem Blick an.



Noch eine Partie? fragte er.

Selbstverständlich, antwortete Dr. B. mit einer mir unangenehmen Begeisterung und setzte sich, noch ehe ich an seinen Vorsatz mahnen konnte, es bei einer Partie bewenden zu lassen, sofort nieder und begann mit fiebriger Hast die Figuren neu aufzustellen. Er rückte sie mit solcher Hitzigkeit zusammen, dass zweimal ein Bauer durch ein zitternden Finger zu Boden glitt; mein schon früher peinliches Unbehagen angesichts seiner unnatürlichen Erregtheit wuchs zu einer Art Angst. Denn eine sichtbare Exaltiertheit war über den vorher so stillen und ruhigen Menschen gekommen; das Zucken fuhr immer öfter um seinen Mund, und sein Körper zitterte wie von einem jähen Fieber geschüttelt.

Nicht! flüsterte ich ihm leise zu. Nicht jetzt! Lassen Sies für heute genug sein! Es ist für Sie zu anstrengend.

Anstrengend! Ha! lachte er laut und boshaft. Siebzehn Partien hätte ich unterdessen spielen können statt dieser Bummelei! Anstrengend ist für mich einzig bei diesem Tempo nicht einzuschlafen! Nun! Fangen Sie schon einmal an!

Diese letzten Worte hatte er in heftigem, beinahe grobem Ton zu Czentovic gesagt. Dieser blickte ihn ruhig und gemessen an, aber sein steinerner Blick hatte etwas von einer geballten Faust. Mit einemmal stand etwas Neues zwischen den beiden Spielern; eine gefährliche Spannung, ein leidenschaftlicher Hass.

 

-125-

 

Es waren nicht zwei Partner mehr, die ihr Können spielhaft aneinander proben wollten, es waren zwei Feinde, die sich gegenseitig zu vernichten geschworen. Czentovic zögerte lange, ehe er den ersten Zug tat, und mich überkam das deutliche Gefühl, er zögerte mit Absicht so lange. Offenbar hatte der geschulte Taktiker schon herausgefunden, dass er gerade durch seine Langsamkeit den Gegner ermüdete und irritierte. So setzte er nicht weniger als vier Minuten aus, ehe er die normalste, die simpelste aller Eröffnungen machte, indem er den Königsbauern die üblichen zwei Felder vorschob. Sofort fuhr unser Freund mit seinem Königsbauern ihm entgegen, aber wieder machte Czentovic eine endlose, kaum zu ertragende Pause; es war, wie wenn ein starker Blitz niederfährt und man pochenden Herzens auf den Donner wartet, und der Donner kommt und kommt nicht. Czentovic rührte sich nicht. Er überlegte still, langsam und, wie ich immer gewisser fühlte, boshaft langsam; damit aber gab er mir reichlich Zeit, Dr. B. zu beobachten. Er hatte eben das dritte Glas Wasser hinabgestürzt; unwillkürlich erinnerte ich mich, dass er mir vor seinem fiebrigen Durst in der Zelle erzählte. Alle Symptome einer anomalen Erregung zeichneten sich deutlich ab; ich sah wie seine Stirne feucht und die Narbe auf seiner Hand röter und schärfer als zuvor wurden. Aber noch beherrschte er sich. Erst als beim vierten Zug Czentovic wieder endlos überlegte, verließ ihn die Haltung, und er fauchte ihn plötzlich an:

So spielen Sie doch endlich einmal!

Czentovic blickte kühl auf. Wir haben meines Wissens zehn Minuten Zugzeit vereinbart. Ich spiele prinzipiell nicht mit kürzerer Zeit.

Dr. B. biss sich die Lippe; ich merkte, wie unter dem Tisch seine Sohle unruhig und immer unruhiger gegen den Boden wippte, und wurde selbst unaufhaltsam nervöser durch das das drückende Vorgefühl, dass sich irgend etwas Unsinniges in ihm vorbereitete. In der Tat ereignete sich bei dem achten Zug ein zweiter Zwischenfall. Dr. B., der immer unbeherrschter gewartet hatte, konnte seine Spannung nicht mehr verhalten; er rückte hin und her und begann unbewusst mit den Fingern auf dem Tisch zu trommeln. Abermals hob Czentovic seinen schweren bäurischen Kopf.

Darf ich Sie bitten, nicht zu trommeln? Es stört mich. Ich kann so nicht spielen.

Ha! lachte Dr. B. kurz. Das sieht man.

 

-126-

 

Czentovics Stirn wurde rot. Was wollen Sie damit sagen? fragte er scharf und böse.

Dr. B. lachte abermals knapp und boshaft. Nichts. Nur dass Sie offenbar sehr nervös sind.

Czentovic schwieg und beugte seinen Kopf nieder. Erst nach sieben Minuten tat er den nächsten Zug, und in diesem tödlichen Tempo schleppte sich die Partie fort. Czentovic versteinte gleichsam immer mehr; schließlich schaltete er immer das Maximum der vereinbarten Überlegungspause ein, ehe er sich zu einem Zug entschloss, und von einem Intervall zum anderen wurde das Benehmen unseres Freundes sonderbarer. Es hatte den Anschein, als ob er an der Partie gar keinen Anteil mehr nehme, sondern mit etwas ganz anderem beschäftigt sei. Er ließ sein hitziges Aufundniederlaufen und blieb an seinem Platz regungslos sitzen. Mit einem stieren und fast irren Blick ins Leere vor sich starrend, murmelte er ununterbrochen unverständliche Worte vor sich hin; entweder verlor er sich in endlosen Kombinationen, oder er arbeitete - dies war mein innerster Verdacht sich ganz andere Partien aus, denn jedes Mal, wenn Czentovic endlich gezogen hatte, musste man ihn aus seiner Geistesabwesenheit zurückmahnen. Dann brauchte er immer eine einzige Minute, um sich in der Situation wieder zurechtzufinden; immer mehr beschlich mich der Verdacht, er habe eigentlich Czentovic und uns alle längst vergessen in dieser kalten Form des Wahnsinns, der sich plötzlich in irgendeiner Heftigkeit entladen konnte. Und tatsächlich, bei dem neunzehnten Zug brach die Krise aus. Kaum dass Czentovic seine Figur bewegte, stieß Dr. B. plötzlich, ohne recht auf das Brett zu blicken, seinen Läufer drei Felder vor und schrie derart laut, dass wir alle zusammenfuhren:

Schach! Schach dem König!

Wir blickten in der Erwartung eines besonderen Zuges sofort auf das Brett. Aber nach einer Minute geschah, was keiner von uns erwartet. Czentovic hob ganz, ganz langsam den Kopf und blickte was er bisher nie getan in unserem Kreise von einem zum andern. Er schien irgend etwas unermesslich zu genießen, denn allmählich begann auf seinen Lippen ein zufriedenes und deutlich höhnisches Lächeln. Erst nachdem er diesen seinen uns noch unverständlichen Triumph bis zur Neige genossen, wandte er sich mit falscher Höflichkeit unserer Runde zu.

Bedauere aber ich sehe kein Schach. Sieht vielleicht einer von den Herren ein Schach gegen meinen König?

 

-127-

 

Wir blickten auf das Brett und dann beunruhigt zu Dr. B. hinüber. Czentovics Königsfeld war tatsachlich ein Kind konnte das erkennen durch einen Bauern gegen den Läufer völlig gedeckt, also kein Schach dem König möglich. Wir wurden unruhig. Sollte unser Freund in seiner Hitzigkeit eine Figur daneben gestoßen haben, ein Feld zu weit oder zu nah? Durch unser Schweigen aufmerksam gemacht, starrte jetzt auch Dr. B. auf das Brett und begann heftig zu stammeln:

Aber der König gehört doch auf f7 er steht falsch, ganz falsch. Sie haben falsch gezogen! Alles sieht ganz falsch auf dem Brett der Bauer gehört doch auf g5 und nicht auf g4 das ist doch eine ganz andere Partie Das ist

Er stockte plötzlich. Ich hatte ihn heftig am Arm gepackt oder vielmehr ihn so hart in den Arm gekniffen, dass er selbst in seiner fiebrigen Verwirrtheit meinen Griff spüren musste. Es wandte sich um und starrte mich wie ein Traumwandler an.

Was wollen Sie?

Ich sagte nichts als Remember![32] und fuhr ihm gleichzeitig mit dem Finger über die Narbe seiner Hand. Er folgte unwillkürlich meiner Bewegung, sein Auge starrte glasig auf den blutroten Strich. Dann begann er plötzlich zu zittern, und ein Schauer life über seinen ganzen Körper.

Um Gottes willen, flüsterte er mit blassen Lippen. Habe ich etwas Unsinniges gesagt oder getan bin ich am Ende wieder?

Nein, flüsterte ich leise. Aber Sie müssen sofort die Partie abbrechen, es ist höchste Zeit. Erinnern Sie sich, was der Arzt Ihnen gesagt hat!

Dr. B. stand mit einem Ruck auf. Ich bitte um Entschuldigung für meinen dummen Irrtum, sagte er mit seiner alten höflichen Stimme und verbeugte sich vor Czentovic. Es ist natürlich purer Unsinn, was ich gesagt habe. Selbstverständlich bleibt es Ihre Partie. Dann wandte er sich zu uns. Auch die Herren muss ich um Entschuldigung bitten. Aber ich habe Sie gleich im voraus gewarnt, Sie sollten von mir nicht zu viel erwarten. Verzeihen Sie die Blamage[33] es war das letzte Mal, dass ich mich im Schach versucht habe.

Er verbeugte sich und ging, in der gleichen bescheidenen und geheimnisvollen Weise, mit der er zuerst erschienen. Nur ich wusste, warum dieser Mann nie mehr ein Schachbrett berühren würde, indes die anderen ein wenig verwirrt zurückblieben mit dem ungewissen Gefühl, mit knapper Not etwas Unbehaglichem und Gefährlichem entgangen zu sein. Damned fool![34] knurrte McConnor in seiner Enttäuschung. Als letzter erhob sich Czentovic von seinem Sessel und warf noch ein Blick auf die halbbeendete Partie.

Schade, sagte er großmütig. Der Angriff war gar nicht so übel disponiert. Für einen Dilettanten ist dieser Herr eigentlich ungewöhnlich begabt.

 

 

Kommentar

Seite 80

Anekdote f kurze, witzige, nicht unbedingt verbürgte, aber charakterisierende Geschichte über eine historische Persönlichkeit.

Aljechin, Alexander Alexandrowitsch (19821946) ß russischer Schachspieler, emigrierte 1921 nach Frankreich; 1927-1935 und 1937-1946 Schachweltmeister

Capablanca, Jose Raul (18881942) kubanischer Schachspieler 1921-1927 Schachweltmeister.

Tartakower, Sawelij Grigorjewitsch (18871956) russischer Schachspieler und Schachspieltheoretiker, internationaler Großmeister; seit 1918 lebte in Paris; schrieb viele Schachspielbücher.

Lasker, Emanuel (18681941) deutscher Philosoph, Mathematiker Schachspieler; Schachweltmeister 18941921; emigrierte 1935 in die USA.

Bogoljubow, Jefim Dmitrijewitsch (18891952) russischer Schachspieler, Schachspieltheoretiker, internationaler Großmeister. 1926 emigrierte nach Deutschland; Schachmeister der UdSSR (1924, 1925), achtmal Schachmeister Deutschland.

Seite 81

Pfarrer m im Katholischen Kirchenrecht der vom Bischof als Seelsorger für eine Pfarrei bestellte Geistliche; im evangelischen Kirchenrecht der nach Wahl durch die Kirchengemeinde oder Einsetzung durch die Kirchenbehörde mit der Verwaltung des Pfarramts beauftragte Geistliche; in evangelische Landeskirchen gibt es auch Pfarrerinnen.

Seite 82

Bileams Esel Prophetengestalt der altjüdischen Legende. Ihre redende Eselin ist sprichwörtlich geworden.

Seite 85

Napoleon (Napoleon Bonaparte) (1769-1821) zuerst Artillerieoffizier, dann Erster Konsul, später Kaiser der Franzosen; 1814 Abdankung Napoleons, danach folgte die Verbannung. Ausbreitung der Ideen der Französischen Revolution waren Folgen seines Wirkens.

Kutusow, Michail Illarionowitsch Fürst von Smolensk (1745-1813), russischer Generalfeldmarschall (1812). Befehlshaber des russichösterreichisches Heeres bei Austerlitz (1805). Besiegte 1812 bei Smolensk die französischen Truppen unter Ney.

Hannibal (247-189) karthagischer Feldherr, eroberte Spanien, zog im 2. Punischen Krieg über die Alpen nach Italien, 217 besiegte die Römer.

FabiusCunctator stammte aus der altrömischen Patrizierfamilie Fabier (Quitus Fabius Maximus Cunctator Zauderer), 217 vor unserer Zeitrechnung Diktator; war erfolgreicher Ermüdungsstratege gegen Hannibal.

Livius, Titus (59 v. Chr-17 n. Chr.) römischer Historiker; 142 Bücher römischer Geschichte .

Galitzien Land nördlich der Karpaten, zwischen Weichsel, Lubliner und Wolyn-Podol. 1772-1919 österreichisches Kronland.

Seite 86

Rembrandt (Rembradt Harmensz van Rijn (fan´rein) (1606-1669) niederländischer Maler, Zeichner und Radierer; Hauptmeister der holländischen Barockmalerei.

Beethoven, Ludwig van (1770-1827) hervorragender deutscher Komponist.

Dante Alighieri (1265-1321) italienischer Dichter, sein Hauptwerk ist Divina Commedia.

Seite 87

Peripatetisch- nach dem Peripatos, dem Wandelgang, in dem Aristoteles auf- und abgehend lehrte.

Sarg Mohammends (Abul Kasim Muhammad Ibn Abdallah) (um 570-632) Stifter des Islams; Muhammad sah sich als Erneuerer der Religion Abrahams, als Nachfolger von Moses und Isa (Jesus ), den er als Propheten betrachtete.

 

Seite 88

Gall, Franz Josef (1758-1828) Arzt; schuf eine einflussreiche Schädellehre.

 

Seite 89

Schottland Nordteil der britischen Hauptinsel.

 

Seite 95

Pistyaner,Großturnier (Piest'any) [piejtj'anj] eine berühmte Kurstadt an der Vah gegenüber Waldbergen in der Slowakei.

Seite 99

Schubert,Franz (1797-1828) österreichischer Komponist.

einer der Leibärzte des alten Kaisers hier wird der letzte österreichische Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) gemeint.

 

Seite 100

Klerusgr.-lat. Gesamtheit der katholischen Geistlichen, Priesterschaft.

Abt(aramäisch abba Vater) Vorsteher eines Mönchsklosters oder Stifts.

Seitenstetten Stift Seitenstetten in Österreich, wo sich die Benediktinerabtei befindet.

 

Seite 101

Kurief lat. die Leitungsorgane des Apostolischen Stuhles; auch der päpstliche Hof.

Dollfüß,Engelbert (1892-1934) österreichischer Politiker; 1932-3934 Bundeskanzler; errichtete ein autoritäres Regierungssystem; bei einem nationalsozialistischen Putschversuch wurde ermordet.

Schuschnigg,Kurt (1897-1977) österreichischer Politiker, 1934-1938 Bundeskanzler; versuchte den Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland zu verhindern; nach 1938 in Haft, 1945-1967 in der USA.

Prioreif Sitz des Priors, des katholischen Klostervorstehers; Stellvertreters eines Abtes.

 

Seite 103

Baron Rothschild stammt aus einer bekannten Familie der Privatbankiers. Der erste Bankier war Mayer Amschel Rothschild (1743-1812), er begründete das Bankhaus Rothschild in Frankfurt am Main, bald Filialen in mehreren europäischen Hauptstädten; Einfluss auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung des 19. Jahrhunderts.

 

Seite 105

Steenookerzeel(Steenookkerzeel) belgische Gemeinde in der Provinz Brabant.

 

Seite 106

Homer des Gymansiums die Werke von Homer, die im Gymnasium gelesen wurden. Homer griechischer Epiker der 2. Hälfte des 8. Jh. sv. Chr.; wandernder nach späterer Legende blinder Rhapsode; unter seinem Namen wurden vor allem die Ilias und die Odyssee überliefert.

 

Seite 120

Böhmen historisches Gebiet im nördlichen und westlichen Teil Tschechiens.

 

 

WORTSCHATZ UND AUFGABEN

I. Portion bis: Mein Freund sollte (80-87)

Vokabeln

1. üblich, a

das übliche Programm, die übliche Geschäftigkeit, Beschäftigung, der übliche Gruß, übliche Worte;

wie üblich;

so ist es üblich;

das ist hier nicht mehr üblich

 

2. j-m das Geleit geben der Ehrung oder dem Schutz dienende Begleitung (gehoben)

j-m das letzte Geleit geben

3. in der Tat ,

4. Aufsehen erregen , , ,

die Aufmerksamkeit lenken, eine Sensation hervorrufen

aufsehenerregend

5. Von vornherein c,

6. Maulfaul, a (umg.)

Syn. wortkarg, ant. Redselig

 

7. eingestehen

gestehen vt. 1) seine Schuld, sein Vergehen zugeben

der Angeklagte hat die Tat gestanden

2) etw. offen aussprechen

Er gestand ihr seine Liebe

eingestehen vt etw. mit Überwindung gestehen

der Verbrecher hat die Tat endlich eingestanden;

die Wahrheit, eine Blamage, den Fehler, den Irrtum, die Schuld eingestehen.

zugestehen vt 1) ,

Ich muss Ihnen zugestehen, dass Sie Recht hatten;

2)

Er gestand ihm einen Anteil zu.

Rabatt zugestehen c

das Zugeständnis, -ses, -sse ,

Ich werde ihn zu einem Zugeständnis zwingen;

3) ,

j-m eine hohe Belohnung zugestehen

 

8. sich enthalten Genitiv

sich der Stimme, der Kritik, des Urteils enthalten

sich des Lachens nicht enthalten können

 

9. standhalten vi, Dat. ,

10. gemäß, a , -

erfahrungsgemäß ,

fachgemäß

11. gewachsen sein, Dat. -.

einer schwierigen Situation, der Aufgabe, den Anforderungen gewachsen sein;

Ich fühle mich der Aufgabe nicht gewachsen;

sich jeder Lage gewachsen zeigen

12. ansässig, a

Ist er hier ansässig?

sich in einer Gegend, Stadt ansässig machen

13. sich finden

1) in Akk. .-.,

Er fand sich rasch in die Aufgabe, in seine neue Rolle;

sich in seine Lage, in sein Schicksal finden

2) ,

es finden sich immer Leute, die meckern;

es fand sich, dass ich Recht hatte

Als er aus der Ohnmacht erwachte, fand er sich im Krankenhaus.

es wird sich schon noch alles finden;

das wird sich finden

 

14. der Zuschussuß -es, -sse ,

einen Zuschuß zahlen, erhalten, gewähren

15. aus etw. kein Hehl machen -.

16. j-n. etw. unterdie Lupe nehmen (umg.) -., -.

17. sich (Dat.) eine Blöße geben sich blamieren, eine Schwäche zeigen - ,

Er gab sich eine Blöse nach der anderen.

Aufgaben

1. a) Nennen Sie die Rektion der Vokabeln:

gestehen, standhalten, gewachsen sein, sich finden, sich enthalten.

b) Übersetzen Sie:

;

;

;

;

;

.

 

2. Bilden Sie Zusammensetzungen aus dem Adjektiv gemäß, und den folgenden Substantiven. Übersetzen Sie die neugebildeten Wörter:

Sache, Wunsch, Plan, Termin, Sinn, Vertrag, Satzung, Pflicht, Tradition, Gewohnheit, Zeit.

 

3. Bilden Sie Beispiele mit den folgenden Vokabeln:

üblich, ansässig, eingestehen, gestehen, zugestehen, standhalten, er(ge?)wachsen sein, aus etw. kein Hehl machen.

 

4. Zeigen Sie an Hand von Beispielen den stilistischen Unterschied zwischen den Vokabeln:

j-n begleiten; j-m das Geleit geben

 


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